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Therapiemöglichkeiten

CPAP-Therapie

Diagnose Schlafapnoe – darauf kann die Medizin sehr gut reagieren. Denn dank intensiver Schlafforschung stehen den Patienten heute verschiedene erfolgreiche Behandlungsmethoden zur Verfügung. Überwiegend eingesetzt wird die CPAP-Therapie. Was das ist und welche sonstigen Therapieformen es gibt, erfahren Sie hier.

Falls bei Ihnen eine Schlafapnoe festgestellt wird, gibt es eine Reihe wirksamer Methoden, mit denen Sie diese Erkrankung sehr gut in den Griff bekommen. Bei schwacher Ausprägung genügt es manchmal bereits, wenn die Patienten einige Alltagsgewohnheiten umstellen: zum Beispiel auf Alkohol und Nikotin verzichten oder einige Kilogramm abnehmen.

Bei einer stärker ausgeprägten Schlafapnoe benötigt der Organismus zusätzliche Unterstützung, um die Luftwege nachts dauerhaft offen zu halten. Die beste Methode bei der obstruktiven Schlafapnoe ist die so genannte CPAP-Therapie. Darüber hinaus sind in einigen wenigen Fällen auch Behandlungen mit Medikamenten, Zahnspangen oder operative Eingriffe möglich.

Bessere Behandlungserfolge durch gute Schlafhygiene

Schlafmediziner empfehlen verschiedene Verhaltensweisen, die einen ruhigen und erholsamen Schlaf fördern. Sie werden unter dem etwas irreführenden Begriff „Schlafhygiene” zusammengefasst. Dazu gehört unter anderem die Schlafumgebung (dunkles Zimmer, bequemes Bett, keine lauten Geräusche usw.), die Ernährung oder auch ritualisierte Verhaltensweisen bei Einschlafproblemen.– Wichtig sind regelmässiges Aufstehen und Zubettgehen (auch am Wochenende), diese Regelmässigkeit bezieht sich auch auf die Essenszeiten. Sie ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass sich die verschiedenen biologischen Rhythmen des Körpers einstellen können. Die Einhaltung der regelmässigen Aufstehzeit ist dabei am bedeutendsten, da sie für unsere biologischen Rhythmen der wichtigste Punkt ist.

– Die Bettliegezeit sollten Sie auf die Anzahl Stunden beschränken, die Sie im Mittel pro Nacht in der letzten Woche geschlafen haben (Schlafrestriktionstechnik). Zu lange Bettliegezeiten können erheblich zu Schlafstörungen beitragen.

– Keine Nickerchen tagsüber (Ausnahme: durch einen Wecker kontrollierter 20 minütiger Schlaf, aber nicht nach 15h). Selbst ein recht kurzer Mittagsschlaf kann bewirken, dass der Schlafdruck stark verringert wird. Ein- und Durchschlafstörungen in der Nacht könnten eine Folge davon sein. Unbedingt vermeiden: Eindösen vor dem Fernseher am Abend.

– Trinken Sie 4-8 Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee (auch kein Cola oder schwarzen Tee) mehr. Die negative Wirkung von Kaffee auf den Schlaf kann 8h und mehr anhalten. Gut wäre anfangs für ca. 4 Wochen komplett auf Kaffee/Tee zu verzichten und anschliessend nicht mehr als 3 Tassen Kaffee täglich zu trinken.

– Trinken Sie 3 Stunden vor dem Einschlafen keinen Alkohol,  dieser bewirkt zwar bei manchem Schlafgestörten ein leichteres Einschlafen, aber er beeinträchtigt deutlich die Schlafqualität und führt gerade in der zweiten Nachthälfte zu Durchschlafproblemen. Was die wenigstens wissen ist, dass bereits geringe Mengen dies bewirken können. Eine Person mit Schlafproblemen sollte nicht häufiger als 1-2 Mal pro Woche am Abend Alkohol trinken.

– Verzichten Sie auf das Rauchen nach 19 Uhr. Während der Nacht sollten Sie überhaupt nicht rauchen: Nikotin wirkt sich auf den Schlaf ähnlich negativ wie Koffein aus. Die Wechselwirkung von Nikotin und Alkohol wirkt besonders störend für den Schlaf.

– 3 Stunden vor dem Einschlafen sollten Sie keine grösseren Mengen an Essen und/oder Trinken zu sich nehmen. Eine Kleinigkeit vor dem Zubettgehen stört nicht, aber ein voller Bauch oder eine volle Blase dient einem erholsamen Schlaf nicht. Die Kleinigkeit vor dem Schlafengehen könnte z.B. Milch mit Honig, Banane oder Schokolade sein; sie enthalten «L-Tryptophan», ein Stoff, der im Gehirn eine Rolle bei der Schlafregulation spielt. Ein Zuckermolekül sorgt dafür, dass das L-Tryptophan ins Gehirn transportiert wird.

– Wer nachts aufwacht sollte nichts essen, da der Körper sich daran schnell gewöhnt und dann nach nächtlicher Ernährung «verlangt».

– Vermeiden Sie körperliche Überanstrengung nach 18 Uhr. Sportliche Aktivitäten am Tage hingegen sind gut. Starke körperliche Anstrengung regt, ähnlich wie Kaffee und Nikotin, das sympathische Nervensystem an, das für Aktivität da ist und es braucht mehrere Stunden bis die Aktivität des sympathischen Nervensystems wieder abnimmt. Hingegen können Personen, die tagsüber normalerweise kaum körperliche Betätigung haben, ihren Schlaf durch regelmässiges körperliches Training verbessern.

– Die Schlafumgebung ist wichtig, der Raum sollte dunkel sein, das Bett bequem, gute Luft (nicht zu warm, nicht zu kalt), das Schlafzimmer sollte nur zum Schlafen und nicht als Arbeitszimmer (oder anderes) genutzt werden.

– Zwischen Ihrem Alltag und dem Zubettgehen sollte ein Freiraum vorhanden sein. Wenn der Schlaf unmittelbar dem normalen Alltag folgt, gibt es oft Einschlafprobleme. Etwa 2 Stunden vor dem Einschlafen sollten die täglichen Aktivitäten beendet sein und der Rest der Zeit der Erholung dienen. Die Nöte, Sorgen usw. des Tages in einem Tagebuch aufzuschreiben und «abzulegen», kann helfen, abzuschalten und einzuschlafen.

– Ein Ritual beim Insbettgehen kann das Einschlafen unterstützen (Rundgang in den Räumen, Entspannungsübung,…) und den Körper bereits im Vorfeld auf die Schlafenszeit einstimmen.

– Helles Licht bewirkt, dass man wach wird, deswegen sollte man sich nachts einer hellen Lichtquelle  nicht aussetzen.

– Schauen Sie nachts nicht auf Ihren Wecker oder auf die Uhr, da dies bewirken kann, dass Sie denken, «jetzt kann ich sowieso nicht mehr schlafen», und dies kann Anspannung/Stress auslösen, was wiederum schlecht für das Einschlafen ist.

– Tageslicht am Morgen hilft (ca. 30 min – auch an bedeckten Tagen ist das Tageslicht heller als die künstliche Raumbeleuchtung), den Schlaf-Wach-Rhythmus zu erhalten und kann eine stimmungsaufhellende Wirkung haben.

Welche Therapie jeweils die Beste ist, entscheidet der Arzt ganz individuell anhand des allgemeinen Gesundheitszustandes des Patienten und des Schweregrads der Schlafapnoe.

CPAP-Therapie – Überdruckbeatmung

Ist die Schlafapnoe stärker ausgeprägt, genügen Änderungen der Alltagsgewohnheiten alleine nicht mehr. Die nächtliche Atmung muss zusätzlich unterstützt werden, am besten durch die nasale Überdruckbeatmung.
Tief durchatmen, ohne dabei aufzuwachen: Dafür benötigen Apnoe-Patienten für die Nacht oft eine Atemhilfe mittels einer Atemmaske. Diese sehr erfolgreiche Therapie heisst CPAP-Therapie. Die Abkürzung leitet sich aus dieser englischen Bezeichnung ab: continuous positive airway pressure. Übersetzt heisst das kontinuierliche Überdruckbeatmung.

So funktioniert die Beatmung:
Über eine Atemmaske wird dem Patienten ständig Luft in die Atemwege zugeführt. Dabei verdrängt ein leichter Überdruck wie eine Art Luftsäule die erschlaffte Rachen- und Mundmuskulatur: Die Zunge und der weiche Teil des Gaumens können nicht mehr «herunterfallen», so bleiben die Luftwege offen.
Der Effekt: Der Patient kann die ganze Nacht hindurch ruhig durchatmen, die Atmung bleibt regelmässig.
Es gibt keine Atemstillstände mehr und damit verschwindet auch das Schnarchen.

Verschiedene Therapiegeräte
Für die Überdruckbeatmung wurden verschiedene Geräte entwickelt. Sie sind komfortabel, sehr leise, passen problemlos auf einen Nachttisch und sind ganz einfach zu bedienen:
CPAP-Geräte erhöhen anfangs den kontinuierlich zugeführten Luftdruck in den oberen Atemwegen (Rampe) bis der eingestellte Therapiedruck erreicht ist. Während des Ein- und Ausatmens bleibt dieser immer gleich. Wie hoch der Druck genau ist, wird bei jedem Patienten vom behandelnden Arzt im Schlaflabor ermittelt.
APAP-Geräte (Automatic Positive Airway Pressure) dagegen passen den Luftdruck bestimmten „Atmungsereignissen” an, so genannten respiratorischen Ereignissen. Typische Beispiele dafür sind Atemaussetzer oder heftiges Schnarchen. Der Druck passt sich dabei innerhalb vorgegebener Grenzen an. Diese werden als Minimal- und Maximaldruck im Schlaflabor festgelegt. Diese Geräte sind heute Standard, da sie für den Patienten angenehmer sind als ein kontinuierlicher Druck.
Bilevel-Geräte funktionieren ähnlich wie CPAP-Geräte. Allerdings können hier für die Ein- und Ausatmung zwei unterschiedliche Druckwerte eingestellt werden. Diese Geräte werden fast ausschliesslich bei Patienten eingesetzt, die einen sehr hohen Überdruck benötigen. Da der Druck für die Ausatmung individuell eingestellt werden kann, wird das Ausatmen spürbar erleichtert. Zum Teil werden Bilevel-Geräte auch für die Behandlung der zentralen Schlafapnoe eingesetzt.
Morgens wieder ausgeruht – mit geringsten Nebenwirkungen
Die NPAP-Therapie (CPAP und APAP) ist in den allermeisten Fällen die optimale Methode, um eine Schlafapnoe erfolgreich zu behandeln. Sie können wieder ruhig schlafen und finden zu einem gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus zurück. Ihr Körper bekommt die notwendige Ruhephase, um sich zu regenerieren. Tagsüber sind Sie ausgeruht, ausgeprägte Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit und alle anderen typischen Symptome gehören endlich der Vergangenheit an. Und das nahezu ohne Nebenwirkungen, ohne medizinische Eingriffe oder komplizierte Anwendungen – ein echtes Plus für Ihre Lebensqualität.

Alternativen zur CPAP-Therapie

In einzelnen Fällen gibt es für Schlafapnoe-Patienten Alternativen zur CPAP-Therapie. Welche Behandlungsformen eventuell in Frage kommen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Im Folgenden werden Ihnen die Möglichkeiten kurz vorgestellt.

  1. Orale Schiene
    Für Schnarchpatienten ohne Schlafapnoe oder junge, schlanke Menschen mit leichten Beschwerden, oder Patienten die keine CPAP-Therapie vertragen, gibt es eine Alternative: eine intraorale Protusionsschiene. Es handelt sich dabei um eine Schiene, die während der Nacht im Mund den Unterkiefer um wenige Millimeter nach vorne verlagert. Weitere Informationen zur Narval CC von Resmed finden Sie hier.
  2. Behandlung mit Medikamenten
    Es gibt bestimmte Medikamente (z.B. Theophyllin), die auf das zentrale Nervensystem einwirken und damit die Atmung während des Schlafs verbessern können. Allerdings enthalten diese Präparate eine Substanz, die mit dem Koffein verwandt ist und auch so wirkt. Damit besteht die Gefahr von typischen Nebenwirkungen wie Herzrasen und Ruhelosigkeit. Dies wiederum führt zu Schlafstörungen, die eigentlich durch die Medikamenten-Therapie behandelt werden sollen.
  3. Operative Eingriffe
    Manche anatomischen Veränderungen können operativ korrigiert werden. So kann zum Beispiel die Verkrümmung der Nasenscheidewand die Ursache dafür sein, dass die oberen Luftwege verengt sind. Es gilt jedoch zu bedenken, dass eine Operation ein erheblicher Eingriff ist und damit immer auch eine Belastung für Ihren Körper. Sie sollten sich daher umfassend von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) beraten lassen und in Ruhe Chancen und Risiken eines Eingriffes gegeneinander abwägen. Denn meistens ist eine Operation weder notwendig, noch führt sie zu den gewünschten Ergebnissen.

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